Zurück Richtung Heimat
Die Tage in der Provence bleiben unvergesslich und wir hören uns noch oft darüber schwärmen. Jedoch zogen ab Anfang Oktober starke und kühle Winde über die Region, was uns dazu bewegte weiterzuziehen. Auch wenn es zuvor kurze Unentschlossenheit gab, ob wir nicht doch das Abenteuer weiter in den Süden vorsetzen sollen, haben wir letztendlich entschieden Richtung Heimat aufzubrechen um die Herbstzeit mit unserer Familie und Freunden zu verbringen und dieses wahrhaftig wundervolle Herbstwetter für ein paar schöne Stunden in unserer traumhaften Bergwelt zu nutzen.
Nach etwas mehr als einem Monat verspüren wir Richtung Alpen das erste Mal das Gefühl, wie es sich anfühlen würde nun wieder in unseren geregelten Alltag zurückzukehren. Es überkommen uns ungewöhnliche Emotionen.
Auf dem Weg in die Alpen war Annecy unser nächster Stopp. Eigentlich wollten wir für diese Nacht mal wieder Wildcampieren, fanden aber in der Dunkelheit keinen originellen Platz mehr. Also suchten wir den Camping Municipal auf, einer der einzigen, der in dieser Region zu dieser Zeit noch offen hat - was wir vorab jedoch nicht wussten. Die Rezeption war bei unserem Eintreffen bereits geschlossen und zu unserem Erstaunen fanden wir die Nachricht vor, dass der Camping voll sei. Die Schranke in den Camping war noch offen, also waren wir "frech" - bzw. "mutig" genug einzufahren und uns einen Platz zu suchen. Er war wirklich gut besucht, doch wir fanden einen Stellplatz direkt neben Flo und Malu, den zwei Diepoldsauern, die uns gleich darauf auf ein Glas Wein zu sich eingeladen haben. Zwar haben wir uns während der Einfahrt noch gedacht - jetzt nur nicht auffallen - wir waren ja sozusagen illegal im Camping - doch konnten wir ihrer Einladung nicht wiederstehen und somit endete der Abend damit, dass uns ein anderer Bewohner - noch dazu ein Gleichgesinnter der Sorte VW Bus - uns auf die Abendruhe hinwies, weil er sich von unserer geselligen Runde gestört fühlte. Aus der Misere "Illegal im Camping" kamen wir am nächsten Morgen nur noch mit einer Entschuldigung raus, nachdem Reto einen Rüffel an der Rezeption kassierte. Als Dank bekamen wir für diesen Abend, den abgelegensten aller Plätze, was uns aber nicht gross interessieren musste. Auf der Biketour am selben Tag in der Nähe von Annecy erblickten wir dann das erste Mal den Mount Blanc. Keine Frage, dass unsere Weiterfahrt am nächsten Morgen entlang dieses noch prachtvollen Gletschers führen soll. Annecy selbst ist schön am See gelegen, versprüht noch etwas mittelalterlichen Flair durch seine Gassen und könnte als das Venedig der Alpen durchgehen. Jederzeit einen Besuch wert.
Auf dem Weg nach Chamonix näherten wir uns den hohen Bergen und die Temperaturen wurden spürbar kühler. Um die Vielfalt der Busküche auszureizen, haben wir für ein winterliches Abendessen eingekauft. Chamonix liegt atemberaubend am Fuss des Mount Blanc. Selbstverständlich, dass es für heute auch ein schönes Plätzchen für unseren Anton geben muss und wir von einer Mount Blanc Besteigung träumen können. Bei traumhafter Abendstimmung vor dem Mount Blanc Massiv haben wir unseren "Käseklumpen an einer Weissweinsauce" mit frischem französischem Baguette verspeist. So ein Fondue ist definitiv eine Herausforderung.
Das wunderschöne klare und milde Herbstwetter genossen wir beim Mountainbiken durchs einsame und naturbelassene Trient-Tal, erblickten immer wieder die beeindruckende Gletscherwelt des Mount Blanc in der Ferne und die besonderen Schwarznasenschafe kreuzten unseren Weg zurück ins Tal. Die Weingegend oberhalb von Martigny war das gelungene Finale einer perfekten MTB-Runde.
Die folgenden zwei Tage im Wallis waren dann von durchzogenem Wetter gekennzeichnet und unsere Bergtour entlang des mächtigen Eisstroms des Aletschgletschers fiel leider dem Nebel zum Opfer. Entschädigt hat uns dann der Stellplatz in Brigels am See mit einem schönen Regenbogen über dem Kistenstöckli während unseres Frühstücks. Das Kistenstöckli hat uns später dann auch noch mit seinen schönen Blicken von oben überzeugt.
Nach erlebnisreichen und sportlichen Outdoortagen geht es nun auf Familienbesuch. Ausserdem hat sich unser mobiles und bisher zuverlässige Zuhause eine Tiefenreinigung verdient.